Region Unterkärnten

Die Region Unterkärnten erstreckt sich von Völkermarkt bis nach Reichenfels. 
Nicht nur  im Grenzlandbezirk im Südosten Kärntens, auch im wunderschönen Lavanttal gibt es eine große Anzahl an Trachtengruppen, welche die verantwortungsvolle Aufgabe der Erhaltung und Pflege der Trachten übernommen haben. Darüber hinaus stellen die Trachtengruppen einen wesentlichen Eckpfeiler im Bereich der Pflege des Kärntner Brauchtums und der Tradition dar.

Region Unterkärnten

Reichenfelser Tracht

  • Diese Tracht wurde für das obere Lavanttal entwickelt, erfreut sich jedoch großer Beliebtheit im ganzen Lavanttal
  • Es handelt  sich um eine Wollstofftracht, mit Falten im Brustteil
  • Dazu trägt wird eine Lavanttaler Bluse getragen.
  • Der Schlawanker in der Farbe der Tracht ist mit vielen Samtbändern verziert.
  • Die Ärmelblende ist mit einem Samtbandabschluss versehen.
  • Ein weiterer Bestandteil der Tracht ist der niedrige Lavanttaler Reindlhut, auch Sterzreindl genannt.
  • Dieser weist einen besonderer Bänderschmuck auf.

Decrinis Festtracht

Diese Festtracht aus St. Michael im Lavanttal ist eine jener vielen Neuschöpfungen, die in den letzten Jahren im Lavanttal zu beobachten waren. Die äußerst aktiven und verantwortungsvollen Trachtengruppen haben diese neue Variante hervorgebracht.

  • Das Leibl ist aus Seide in vielen Farben möglich und hat einen flach-herzförmigen Ausschnitt mit Samtband.
  • Auf der für das Tal typischen Patte ist der Turm des St. Michaeler Klosters in einem herzförmigen Motiv in Gold eingestickt.
  • Der Wollrock ist schwarz.
  • Die allgemeine Form der Bluse ziert Klöppelspitze.

Granitztaler Tracht

  • Der Leibkittel ist aus Wollstoff und in allen satten Farben möglich
  • Das Oberteil weist einen runden Ausschnitt auf, welcher mit einer Seidenrüsche umrandet wird. Die Wollstoffrüsche weist eine Verzierung auf.
  • Die Bluse ist eine lange Puffarmbluse mit Spitzenabschluß
  • Die Schürze wird dazupassend, in der Farbe der Tracht abgestimmt

Granitztalertracht Trachtengruppe

  • Wurde 1982 mit Hofrat Dr. Franz Koschier ausgearbeitet.
  • Unter dem doppelt verlaufenden Samtband befinden sich kleine Quetschfalten mit Silber oder Goldstickerei.
  • Eine Lavanttaler Bluse mit Faltenschmuck am Halsausschnitt  und Ärmel wird festgelegt
  • Hier fällt ein kleiner Hexenstich, farbig oder weiß gestaltet, besonders auf.
  • Als Kopfbedeckung dient das Lavanttaler Reindl.
  • Zusätzlich wird ein Schlawanker getragen.

Bad St. Leonharder Tracht

Hier handelt es sich um eine historische Tracht für das obere Lavanttal.

  • Sie besteht aus einem Wollstoff, wobei das Oberteil unter der Brust sonnenstrahlenförmige Falten aufweist.
  •  Oberhalb der Brust wird die Weite durch Froschgoscherln auf das benötigte Maß eingezogen.
  • Die Schürze wird passend zur Farbe des Stoffes gewählt
  • Der aufwendig verarbeitete Spencer wird in der Farbe der Tracht gefertigt. Jeder Spencer hat im Vorderteil sonnenförmig angeordnete Falten, welche bis zur Brust abgesteppt werden.
  • Der Samtbesatz am Halsausschnitt reicht bis zur Mitte. Ebenso am paspoullierten Samtgürtel.
  • Der Rückenteil , der Armausschnitt und der Gürtel sind in der passenden Farbe zur Tracht paspoulliert.
  • Den Oberarm schmückt ein dreifach geflochtenes Satinband.
  • Dazu wird eine Lavanttaler Bodenhaube getragen.
     

Wolfsberger Bürgerkleid

  • Aus den Aufzeichnungen von Pfarrer Decrignis der um  1812 –1838 von Erzherog Johann den Auftrag bekam, die Lavanttaler in ihren Gewändern zu malen und zu beschreiben.
  • Ein Originalkleid aus dieser Zeit gibt es in Wolfsberg noch zu besichtigen.
  • Der Spencer, in derselben Farbe passend zum Seidenkleid ist in Falten gelegt, welche zur Taille hin immer enger verlaufen.
  • Der Kragen ist mit vielen kleinen Quetschfalten unterlegt
  • Alle Blenden und Abschlüsse sind mit Paspoulen  verziert.
  • Der Ärmel im oberen Teil gezogen, endet unten mit kleinen Falten und einer Blende.
  • Als Kopfbedeckung wird eine elegante Silberhaube getragen.

Koralm Männertracht

  • Die Grundfarbe der Jacke ist anthrazit, die Lavanttaler Männertracht ist im unteren Lavanttal grün, daher wurde diese Farbe für die Einfassung gewählt.
  • Die Farbe der Oberlavanttalertracht ist blau, deshalb wurde auch die Farbe blau für das Reinseidengilet genommen.
  • Wegen der Speikvorkommen auf  der Koralm ist am Ende der Rückenfalte die Speikblume in Handarbeit eingestickt.
  • Hornknöpfe mit Silber deuten auf den Silberabbau im Lavanttal hin.

Alt-Lavanttaler Frauentracht

  • Der große Sulmtaler  Scheibenhut ist von Weitem sichtbar. Dessen Futter ist in der Farbe rosa gehalten.
  • die vom Tragen abgeflachte Lavanttaler Bodenhaube dient als weiteres Erkennungsmerkmal. Beide bilden die typische "Doppelkopfbedeckung".
  •  die schönen seidenen Oberteile bzw. Spencer  mit kunstvoll verzierten Rüschen weisen auf den Reichtum hin, den der Silberabbau und Goldbergbau dem Lavanttal bescherte. (Quelle, Beiträge zur Kärntner Volkstracht von Franz Koschier, Seite 11)
  • Das Innenfutter des Sommerhutes in rosa, sollte die Gesichtsfarbe der Trägerin verschönern.
  • Im Winter trug die Lavanttalerin über die Tracht eine Schaupe mit Pelzeinfassung (Fuchsfell), deren Futter erdbeerfarben bis rosa sein soll und mit großen Haken zusammen gehalten wird.
  •  Über der Bodenhaube wird ein schwarze Filzhut getragen, den man im Volksmund auch Nebelstecher nennt.

Alt-Lavanttaler Männertracht

  • Entsprechend den Aufzeichnungen Bild 9 von Decrignis, war dies die Hochzeitstracht.
  • Ein grüner  Gehrock mit Falten im Rücken ist eine Besonderheit dieser Tracht.
  • Dazu trägt man eine mit Gobeline bestickte Weste - mit einer Rosenbordüre und kleinen Röschen im Vorderteil. Ganz besonders oft zieren Muschelknöpfe die Weste.
  • Ein kärntenrotes Reinseidentücherl wird als Krawatte gebunden.
  •  Dazu wird eine schwarze Kniebundhose aus Leder oder Loden getragen.
  • Der schwarzer Filzhut weist einen Ansteckstrauß aus folgenden Blumen auf: Zitronenverbene, Rosmarin, Lavendel, Weinkraut, Myrthe, Immergrün und Geranien.
  • Taubenblaue Stutzen und ein weißes Leinenhemd bilden weitere Details.
  • Der Mann trägt zur Tracht ein "Bingale" ein zu einem Säckchen gebundenes Tuch, welches einst wie heute aus einem handbedrucktes Blaudrucktuch gefertigt wird.

St. Andräer Festkleid

  • Das  St. Andräer Festkleid,  aus Reinseidenbrokat  wird als Gruppentracht nur von den St. Andräer Trachtenfrauen getragen.
  • Als Vorlage diente ein Musterkleid aus bürgerlichem Haus.
  • Herausragend sind die figurbetonten Samtpaspoule, der unterschiedlich breite Samtkragen, welcher bis zur Mitte reicht, schmückt die Tracht besonders.
  • Ein weiteres schönes Detail bildet die Ärmelabschlussblende aus Samt und der Reinseidenpompadour in der Farbe der Tracht.
  • Zum Festkleid gehört die Lavanttaler Bodenhaube.

Theissenegger Frauentracht

  • Die Einflüsse des Oberen Lavanttales sind sofort erkennbar.
  • Das Oberteil ist auch hier in Falten gelegt, welcher oben mit Smog bestickt abschließt
  • Die Lavanttaler Bluse und das Lavanttaler Reindl  gehören zu dieser Tracht.
  • Weiters ein Samtschlawanker oder ein in der Farbe der Tracht angefertigter Wollschlawanker.
  • Es ist wie ein Gesetz in der Tracht, dass zu Schlawankern oder Schößljacken nur Hüte getragen werden dürfen, zu Spencern nur Boden oder Goldhauben.

Zirbenland Festtracht

  • Die Trachtengruppe Steirisches Zirbenland hat in Zusammenarbeit mit dem Kärntner Heimatwerk eine Tracht für ihre Region ausgearbeitet.
  • Das Brokatoberteil  weist eine in Gold und Silber gestickte Patte mit einem  Lebensbaummotiv auf.
  • Die Rückenmitte ist mit doppelter Fischgratstickerei und Knötchen versehen.
  • Die Oberärmel der Bluse haben als Besonderheit großartige Smokarbeit,
  • Der Wollstoffrock ist in schwarz gehalten.
  • Die Reinseidenschürze wird farblich angepasst.

Alt Lavanttaler Stockhuttracht

  • Diese Tracht entstand 1870-1935 gemäß den Aufzeichnungen der Kärntner Landsmannschaft.
  • Typisch zum Hut ist die Schößljacke, meist wurde um 1900 nur die schwarze Schürze getragen.
  • Die Kopfbedeckung ist ein nach hinten geknotetes Brokattuch, auf das der Stockhut noch aufgesetzt wird.
  • Ein Erfrischungsbüschl mit 1 Blume und 8 Kräutern steckt im Vorderteil der Tracht, erhellt diese und sorgt für Wohlbefinden.

Tracht für St. Ulrich-Eitweg

Die Damen der Trachtengruppe  St. Ulrich tragen die schon etwas erneuerte Form der Lavanttalertracht.

  • Die Wollstofftracht ist der Lavanttaler Festtracht ähnlich, übernommen wurde die besondere Rüsche, zwischen der Rüsche verläuft ein Samtband.
  • Die Lavanttaler Bluse farbig oder weiß gestickt.
  • Samtschlawanker und Reindlhut ergänzen das Erscheinungsbild.

Tracht für Frantschach-St. Gertraud

Der Oberlavanttaler Schnitt mit dem Brustteil in Falten ist auch hier zu sehen, wie von den historischen Trachten übernommen, jedoch am oberen Rand  schließt der Faltenteil mit einem Wabensmok ab.

  •  Wie zu jeder Lavanttalertracht trägt man die Originalbluse.
  • Wollstofftracht in allen satten Farben, mit passender Reinseidenschürze.

Saualmtracht

Als Vorlage für die Saualmtracht wurde die Lavanttaler Sonntagstracht und die Jauntaler Sonntagstracht genommen.

  • Der flach herzförmige Ausschnitt mit den kleinen Plisseefalten ist typisch für das Lavanttal, die doppelte Samtbandverzierung ist typisch für das Jauntal.
  • Feiner Hexenstich in Gold und Silber zwischen den Samtbändern.
  • Reinseidenbrokat im Oberteil, Wollsatinrock und Seidenschürze.
  • Farbig abgestickte Puffarm oder Schiebearmbluse.

Koralmtracht

Auf vielfachen Wunsch der Bevölkerung entstand die Koralmtracht. Reinseidenoberteil, Wollsatinrock und Reinseidenschürze sind die Materialien.

  • Der flach herzförmige Ausschnitt mit Samtbandabschluss ist von einer wunderschönen Gold und Silberstickerei umgeben.
  • Wegen der großen Speikvorkommen auf der Koralm ist  die Speikblume entlang des Ausschnittes in Handarbeit eingestickt.